Schirp Neusel & Partner Rechtsanwälte mbB
Leipziger Platz 9

10117 Berlin

 

Rufen Sie einfach an unter 

030/ 327 617-0

 

besuchen Sie unsere Webpage

http://www.ssma.de/

 

oder nutzen Sie unser Kontaktformular.

Schirp Neusel & Partner Rechtsanwälte mbB
Schirp Neusel & Partner Rechtsanwälte mbB
Informationen für Gläubiger der Ekotechnika-Anleihe
Informationen für Gläubiger der Ekotechnika-Anleihe
Sehr geehrter Besucher!

Bitte beachten Sie,
dass diese Seite nicht mehr aktualisiert wird.
Alle aktuellen Informationen
zum Thema Anleihen
finden Sie ab sofort auf
Achtung Anleihe!
26. August 2015

 


Aktuelle wichtige Informationen zur Ekotechnika-Anleihe

Die Anleihegläubiger der Ekotechnika GmbH sollen am 6. Mai 2015 in einer 2. Gläubigerversammlung über ein Sanierungskonzept abstimmen. Wir lehnen das Sanierungskonzept ab, denn es beschränkt sich darauf, den Ekotechnika-Konzern einseitig von den Ansprüchen der Anleihegläubiger zu befreien. Andere Gläubiger sollen nichts zur Sanierung beitragen und überdies findet sich keine Aussage darüber, wie es mit dem operativen Geschäft der Ekotechnika-Gruppe weiter gehen soll. Die Gründe für die Krise – wie zum Beispiel der schwache Rubel – sind noch lange nicht behoben.

 

Status Quo

Die Ekotechnika GmbH hat deutlich gemacht, dass sie nicht in der Lage ist, die in Kürze fällig werdenden Zinsansprüche der Anleihegläubiger zu bedienen. Es droht unmittelbar die Insolvenz.

 

Insolvenzverfahren

Sollte es tatsächlich zu einem Insolvenzverfahren kommen, hätte das für die Anleihegläubiger zur Folge, dass diese ihre Forderungen auf die noch ausstehenden Zinsen sowie auf Rückzahlung der Schuldverschreibung im Insolvenzverfahren anmelden müssen und am Ende eine Insolvenzquote ausgezahlt bekommen. Die Ekotechnika GmbH selbst geht von einer Insolvenzquote in Höhe von 8,182 % aus. Das bedeutet, die Anleihegläubiger würden bei einer gezeichneten Anleihe von z.B. 1.000 Euro 81,82 Euro aus der Insolvenzmasse erhalten.

 

Sanierungskonzept

Die Ekotechnika GmbH möchte die Insolvenz verhindern. Sie hat darum ein Sanierungskonzept erstellen lassen, das sie zusammenfassend im Rahmen der Einladung zur 2. Gläubigerversammlung darstellt (abrufbar unter www.bundesanzeiger.de). Das Grundproblem des Sanierungskonzepts ist, dass es aus unserer Sicht diesen Namen nicht verdient. Das Konzept beschränkt sich im Wesentlichen darauf, dass die Anleihegläubiger auf Ihre Forderungen aus der Anleihe verzichten und dafür Anteile an dem Unternehmen erhalten (sog. Debt-Equity-Swap). Andere Gläubiger leisten keinen Sanierungsbeitrag.

 

Schlechterstellung gegenüber den Altgesellschaftern

Das vorgesehene Sanierungskonzept führt dazu, dass die Anleihegläbuger schlechter gestellt werden als die bisherigen Eigentümer der Gesellschaft, obwohl die Anleihegläubiger den größten Sanierungsbeitrag leisten sollen.

 

Das Kapital der Ekotechnika GmbH soll herabgesetzt werden und die Gesellschaft wird in eine Aktiengesellschaft (AG) umgewandelt. Dabei werden die Anleihegläbuger gleich zweimal benachteiligt:

 

1. Die Ekotechnika Holding GmbH als derzeitg einzige Gesellschafterin der GmbH erhält im Rahmen der Restrukturierung für das von ihr eingesetzte Stammkapital in Höhe von 2.025.000 Euro Geschäftsanteile in Höhe von 81.000 Euro an der Gesellschaft. Pro Euro Neukapital werden somit 25 Euro Altkapital eingesetzt (2.025.000 / 81.000). Die Anleihegläubiger verzichten auf ihre Ansprüche aus der Anleihe und erhalten dafür 1.539.000 Geschäftsanteile. Pro Euro Neukapital werden mithin von den Anleihegläubigern 38,98 Euro Anleihekapital eingesetzt.

 

Die Anleihegläubiger erhalten damit ein deutlich schlechteres „Umtauschverhältnis“ als die Ekotechnika Holding GmbH, die bisherige Alleingesellschafterin der Emittentin. Das ist deshalb erstaunlich, weil die Anleihegläubiger im Gegensatz zu der Holding im Insolvenzfall an der Masse teilhaben würden. Die Holding würde dagegen leer ausgehen. Deshalb wäre es eigentlich interessengerecht, die Anleihegläubiger besser zu stellen, denn nur sie haben überhaupt eine Alternative. Die Anleihegläubiger könnten sich die Frage stellen, ob eine Insolvenz nicht günstiger wäre.

 

2. Wenn ein Anleihegläubiger nicht an dem Umtausch teilnehmen möchte, also keine Aktien der neuen Gesellschaft erwerben will, dann kann er den Aktienbarausgleich wählen. Er bekommt dann 81,83 Euro pro 1.000 Euro Anleihekapital. Das soll der Insolvenzquote entsprechen, die er erhalten würde, wenn die Gesellschaft insolvent würde. Aus 1.000 Euro Anleihekapital werden also 25,65 Aktien oder 81,83 Euro Barausgleich. Der Wert einer Aktie beträgt folglich 3,19 Euro (81,83 / 25,65). Und an dieser Stelle wird die  Ekotechnika Holding GmbH noch einmal besser behandelt. Sie kann nämlich neue Aktien der neuen Gesellschaft zum Preis von 2 Euro das Stück erwerben.

 

Risiken der Sanierung

Das Scheitern der Sanierung würde zu einem Totalverlust bei den Anleihegläubigern führen. Nur wenn die Sanierung gelingt, die AG schwarze Zahlen schreibt und langfristig Dividende ausschüttet, ist der Aktientausch sinnvoll. Wenn nicht, stehen die Anleihegläubiger ohne Sanierung besser. Aber gerade über die zukünftige Geschäftspolitik und über die geplante weitere Entwicklung erfährt man im Sanierungskonzept wenig. Die Teilnahme an der Sanierung ist also eine Fahrt ins Ungewisse.

 

Es ist keinesfalls unwahrscheinlich, dass die Gesellschaft zu einem späteren Zeitpunkt doch noch Insolvenz anmelden muss. Dann aber stehen die jetzigen Anleihegläubiger wesentlich schlechter da als bei einem Insolvenzverfahren ohne vorherige Durchführung des sogenannten Sanierungskonzepts. Als Anleihegläubiger können sie im Rahmen der Insolvenz Forderungen anmelden und folglich eine Quote aus der Insolvenzmasse erhalten. Bei Annahme des sogenannten Sanierungskonzepts werden die jetzigen Anleihegläuber jedoch Aktionäre. Aktionäre können keine Insolvenzforderungen anmelden, sie gehen dann leer aus. Das liegt daran, dass Anleihegläubiger einer Gesellschaft wie Dritte gegenüber stehen – vergleichbar mit Darlehensgebern –, während Aktionäre die Gesellschafter dieser Gesellschaft sind und darum im Insolvenzverfahren schlechter behandelt werden.

 

Fazit

Das Sanierungskonzept ist aus Sicht der Anleihegläubiger wirtschaftlich gegenüber der Durchführung eines Insolvenzverfahrens nicht zwingend vorteilhaft. Es bestehen vielmehr große Risiken, dass die Zustimmung zu dem Sanierungskonzept für die Anleihegläubiger von erheblichem Nachteil sein kann. Sicher ist nur, dass die Anleihegläubiger mit einem Verzicht in Vorleistung gehen sollen und dafür nur einen sehr vagen Hoffnungswert erhalten.

 

Es leuchtet nicht ein, warum die Anleihegläubiger gegenüber den Altgesellschaftern schlechter gestellt werden. Wir sind für eine Sanierung, aber die Risiken und Chancen müssen fair verteilt werden. Dazu gehört, dass die Anleihegläubiger genauso stehen wie die Altgesellschafter.

 

Chancen der Sanierung

Wir meinen, dass es zu dem vorgelegten Konzept Alternativen gibt, die die Interessen der Anleihegläubiger besser berücksichtigen. Aus unserer Sicht ist in jedem Fall zwingend, dass ein Verzicht der Anleihegläubiger unter Bedingungen gestellt wird, die gewährleisten, dass Sie nicht schlechter stehen als in der Insolvenz! Dies ist im vorgelegten Konzept nicht der Fall.

 

Wir fordern daher, dass die Interessen der Anleihegläubiger ihrer wirtschaftlichen Stellung entsprechend in dem Sanierungskonzept berücksichtigt werden. Wir unterstützen dabei ausdrücklich jede Maßnahme, die zu einer Verhinderung der Insolvenz führt. Sofern aber die Insolvenz für die Anleihegläubiger die wirtschaftlich sinnvollere Alternative ist – wie es nach dem bisherigen „Sanierungskonzept“ zu sein scheint –, sollten sich die Anleihegläubiger nicht um jeden Preis der Sanierung anschließen.

 

Gläubigerversammlung am 6. Mai 2015

Auf der Gläubigerversammlung soll im Wesentlichen über folgende Anträge entschieden werden:

 

1. Die One Square Advisory Services GmbH aus München soll als gemeinsamer Vertreter der Anleihegläubiger gewählt werden.

 

2. Das o.g. Sanierungskonzept soll beschlossen werden. Der gemeinsame Vertreter wird ermächtigt, genau dieses Konzept im Namen aller Anleihegläubiger abzuschließen.

 

3. Die Anleihegläubiger stunden ihre Zinsansprüche aus der Anleihe; das Kündigungsrecht wird vorläufig ausgesetzt.

 

Von diesen Beschlüssen halten wir allein den dritten für zielführend. Die Ekotechnika braucht Zeit, um ein besseres, faireres Sanierungskonzept zu entwickeln. Deshalb sollten die Ansprüche der Anleihegläubiger gestundet werden.

 

Das Sanierungskonzept selbst jedoch ist für die Anleihegläubiger inakzeptabel und deshalb abzulehnen (Beschlussvorlage #2).

 

Ein gemeinsamer Vertreter sollte gewählt werden, um die Interessen der Anleihegläubiger zu vertreten. Diese Möglichkeit hat er aber nach den vorgegebenen Tagesordnungspunkten nicht. Auf der Anleihegläubigerversammlung soll über das Konzept abschließend abgestimmt werden. Der gemeinsame Vertreter hat nur noch die Aufgabe, das Konzept umzusetzen, ohne auf den Inhalt noch Einfluss nehmen zu können. Diese Vorgehensweise lehnen wir ab.

 

Es sollte auf der Versammlung ein gemeinsamer Vertreter gewählt werden, der ausschließlich den Interessen der Anleihegläubigern verpflichtet ist.

 

Zur Wahrung der eigenen Interessen empfehlen wir den Anleihegläubigern, am 6. Mai 2015 persönlich bei der Gläubigerversammlung anwesend zu sein und ihr Stimmrecht wahrzunehmen. Wenn dies nicht möglich ist, vertreten wir gerne die Interessen der Anleihegläubiger. Hierzu benötigen wir die auf dieser Seite herunterzuladende Vollmacht und einen Sperrvermerk für die Anleihe. Kosten entstehen durch unsere Vertretung auf der Versammlung nicht.

 

Zu unserer Kanzlei

Die Kanzlei Schirp Neusel & Partner mbB ist seit 20 Jahren im Kapitalmarktrecht tätig  nur auf Seiten der Anleger. Informationen finden Sie auch auf unserer Homepage www.ssma.de.

Ekotechnika-Anleihe Vollmacht.pdf
PDF-Dokument [15.6 KB]
Sperrvermerk.pdf
PDF-Dokument [67.2 KB]
Druckversion Druckversion | Sitemap
© Schirp Neusel & Partner Rechtsanwälte mbB